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Solidaritätsgruss an die Sudbury Schule Ammersee

9. März 2017 - Aktuelles
Solidaritätsgruss an die Sudbury Schule Ammersee

Christmas Backdrops for photography

* Am 09./10. November 1938 brannten viele Synagogen in Deutschland,
weil sie von organisierten Gegnern der Freiheit bösartig und böswillig
angesteckt wurden …

* Am 09. November 1989 fiel die Mauer, die Deutschland über viele Jahre
in zwei Welten gespalten hatte. Die Mauer fiel, weil entschiedene Anhänger
und mutige Anwälte von Freiheit und für Freiheit nicht länger bereit waren,
sich staatsherrschaftlichen Anordnungen weiterhin und willig – oder auch willen-los – unterzuordnen; weil sie sich statt dessen in Selbst-Bestimmung und in zivilgesell- schaftlicher VerANTWORTung die Freiheit nahmen, nicht gefahrlos (!!!), in die gesuchte und in die gewollte Freiheit aus- und auf-zubrechen …

Siehe auch die Ereignisse am 09. Nov. 1848 und 1923 und 1969 (Dany Cohn-Bendit verweist auf diese Daten in seiner Rede am 03. 10. 2016 in der Paulskirche zu Frankfurt/Main …)
Wer zum Zusammenhang, wer zum Hintergrund, wer zur Aktualität des Nachfolgenden sich kundig machen will, wer mehr darüber wissen möchte, der informiere sich z. B. hier:

***
Einerseits und vor allem:

an die Sudbury Schule Ammersee (m)ein SOLIDARITÄTS-GRUSS
zu Eurem heutigen Tag der Internationalen Solidarität!

Und dann und danach auch an EUCH, an UNS ALLE, allüberall in der EINEN WELT!
An EUCH und an UNS, die IHR und die WIR davon überzeugt sind, dass IHR und dass WIR mit dieser EURER und also mit unserer gemeinsamen Überzeugung andere überzeugen werden:

Pädagogik soll BeFREIung sein!
Pädagogik muss BeFREIung sein!

Eine beFREIende Pädagogik hat die universal geltenden KINDER-RECHTE
als universal geltende MENSCHEN-RECHTE zur Grundlage.

Eine beFREIende Pädagogik baut auf den KINDER-MENSCHEN-RECHTEN auf und sie baut diese aus, damit immer mehr Menschen, von klein auf und ein Leben lang, auf-wachsen und auf-leben, selbst-bestimmt und sozial verantwortlich, im Geiste von HUMANITÄT und SOLIDARITÄT!

Nur eine solche Pädagogik wird dem wichtigsten Anspruch des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wirklich gerecht:
DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR!

Ich rufe EUCH und ich rufe UNS zu:
Lasst Euch nicht, lassen wir uns nicht antasten von Personen, nicht von Ämtern, nicht von Amts-Trägern und nicht von ihren Strippenziehern,
nicht von ihren Hinter-Männern und nicht von ihren Vorder-Frauen,
die deswegen und dadurch un-würdig handeln, weil SIE EURE und weil SIE UNSERE WÜRDE antasten!

Von Personen und Institutionen, die den Kern-Auftrag des Grundgesetzes
der Bundesrepublik Deutschland verletzen, werdet Ihr Euch,
werden wir uns nicht beherrschen lassen!

Darum schließe ich mich Eurer Forderung an nach der
„sofortigen Wiedereröffnung der Sudbury Schule Ammersee, 
für demokratische Werte und Gerechtigkeit!“.

Ich schließe mich Eurer – und unserer gemeinsamen – Forderung an: Ich

 

ich schließe mich dieser Eurer – und damit unserer gemeinsamen – Forderung an:
uneingeschränkt, vorbehaltlos und in umfassender Weise.

Ich rufe Euch und ich rufe uns auch das zu und ich rufe Euch und uns auch dazu auf:

dass ihr und dass wir eher ohn-mächtig,
denn wirklich wirk-mächtig werden!

WIDERSTAND ist eine zutiefst demokratische TUGEND!
DIES nie zu vergessen; daraus praktische Konsequenzen zu ziehen;
WIDERSTAND also TAT-sächlich und früh, von Anfang an, nicht erst dann, wenn es wieder einmal, wie schon so oft, zu spät ist, WIDERSTAND zu leisten als Ausdruck einer für die DEMOKRATIE unverzichtbaren TUGEND, das muss gerade in unserem Lande mit unserer Geschichte – insbesondere im Blick auf schreckliche Ereignisse und Fehl-Entwicklungen in den letzten 100 Jahren und insbesondere an einem Tag wie dem 09./10. November –
kultiviert – und darf nicht kastriert werden!

In einem Land, in dem unser GRUND-GESETZ wahr-lich und wirk-lich gilt,
in einem Land, das sich dem DEMOKRATISCHEN LEBEN,
gerade nach vielen Irrungen, nach vielen Verirrungen und Wirrungen – verpflichtet weiß,

ich hebe gerne und ausdrücklich hervor: wir dürfen dafür zutiefst dankbar sein, dass dieses unser Land diesen Weg einer zukunftsfähigen Zuversicht gefunden hat

– in einem solchen Lande darf legitimer WIDERSTAND nicht gebrochen, ganz im Gegenteil: legitimer WIDERSTAND muss gestützt und muss gestärkt, legitimer WIDERSTAND darf nicht nur gefordert,
er muss zuvörderst und intensivst gefördert werden.

Niemand hat ein Recht, auch keine Staats-Regierung und den hörigen,
sonst aber oft auf zu wenig hörenden Vollzugs-Beamten derselben,
Euch und uns von der Suche nach Euren und nach unseren Wegen des selbst-bestimmten
und des sozial-verantworteten Lernens durch ein Lernen in selbst gesuchter
und in selbst gewählter Freiheit: auf- und ab-zuhalten.

Mit der jüdischen, mit der deutsch-amerikanischen politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt (geboren am 14. Oktober 1906 in Hannover-Linden, gestorben am 04. Dezember 1975 in New York City) sage ich:

„Niemand hat das Recht, sein Gehorchen als Vorwand für die Rechtfertigung seines Handelns zu benutzen. – Gehorchen ist keine Rechtfertigung für Handeln.“

EURE, UNSERE, MEINE und DEINE FREIHEITS-ANSPRÜCHE für ein Lernen in Freiheit, für das Erlernen von Freiheit mögen für manche Menschen – zu? – radikal erscheinen.

Besonders werden solche Menschen gegen Eure, gegen unsere radikalen Freiheiten vorgehen wollen, die sich in ihrer eigenen Lebens-Geschichte – frei-willig oder auch unfrei-willig – mit der weit verbreiteten UN-FREIHEIT so gemein gemacht haben, dass sie oft gar nicht mehr die –
manchmal sogar vergoldeten, darum besonders unfrei machenden – Käfige der Unfreiheit
erkennen, in denen sie selbst ab-gerichtet wurden, in denen sie – untertänigst –
unter-richtet wurden und nach denen sie sich jetzt also: entsprechend aus-richten.

GeBILDETE – nicht nur AUS-gebildete – Menschen suchen und beSINNen sich in solchen Phasen und Prozessen auf der Worte ursprünglicher BeDEUTUNG.
Radikal kommt vom lateinischen Wort radix. Radix heißt: die Wurzel!
Wenn Ihr also RADIKAL – TAT-sächlich – seid, in Euren GEDANKEN und TATEN sein solltet, die Frage ist ja immer: wo fängt RADIKALITÄT an, wo hört RADIKALITÄT auf??? –
wenn Ihr bewusst – und am besten auch: kompetent und gekonnt – RADIKAL sein wollt und seid, dann wagt Ihr Euch also heran an WURZELN. – Ihr begnügt Euch dann nicht
mit der allseits grassierenden, mit der obwaltenden Oberflächlichkeit,
gegen die ja oft sonst gemault und gemeckert wird.

Es ist kein biologisches Spezial-Wissen, wir wissen es Alle aus unserem Erfahrungs-Wissen;
und wir wissen es erst recht aus unserem Geschichts-Wissen:
nur der – am besten tief – verWURZELTE Baum wird von den gesellschaftlich
widrigen Winden nicht gleich umgeblasen, nicht so leicht umgeknickt,
nicht so einfach gefällt …

In dieser Perspektive darf, kann, soll und muss Euch die wahr-lich und wirk-lich
Demokratische Gesellschaft ausdrücklich dankbar dafür sein,
– wenn Ihr Euch verWURZELN wollt in der WIDERSTÄNDIGKEIT,
– wenn Ihr zu den WURZELN vordringt,
die zum beFREIenden Lernen und zum Lernen der Freiheit – in Freiheit! – führt.

Ihr habt und wir haben für Euer und unser widerständiges Handeln zudem eine interessante, eine oft nicht hinreichend zur Kenntnis genommene Legitimations-Grundlage, oft selbst bei denen nicht angestrebte und nicht wirklich zur Verwirklichung verhelfende Legitimations-Grundlage,
die meinen, von dieser Legitimations-Grundlage Ansprüche ableiten zu können. –
Ich meine und ich verweise darauf:

Im Bayerischen Schul-Gesetz – auf der Basis der Bayerischen Landesverfassung – heißt es in grundlegenden Paragraphen (Hervorhebungen von mir …):

„Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln,
sondern auch Herz und Charakter bilden.“

„Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat
und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerverständigung zu erziehen.“

„Die Schulen haben insbesondere die Aufgabe,
Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln und Fähigkeiten zu entwickeln,
zu selbständigem Urteil und eigenverantwortlichem Handeln zu befähigen,
zu verantwortlichem Gebrauch der Freiheit, zu Toleranz, friedlicher Gesinnung und Achtung vor anderen Menschen, zur Anerkennung kultureller und religiöser Werte …“

Wenn von EUCH – und wenn von UNS ALLEN: Gesetze sind in aller Regel allgemein gültig –
wenn im Bayerischen Schul-Gesetz – als gesetzlicher Auftrag!!! – gefordert wird:

„die Bereitschaft zum Einsatz für den freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaat und zu seiner Verteidigung nach innen und außen …“

dann kann ich und dann will ich – mit einer Euch hoffentlich bestärkenden,
mit (m)einer MUT machenden Vehemenz! – feststellen:

lernt Ihr Weiteres und lernt Ihr Wichtigeres in diesen Lern- und Lebens-Formen des Widerstands, gerade auch im Blick auf Herz und Charakter, was das Bayerische Schul-Gesetz, wie zitiert,
als HAUPT-Aufgabe der Schule zur Schulhaus-AUFGABE aufgetragen hat.

In Eurem WIDERSTAND seid Ihr aufrichtiger aufrecht
und auch noch GESETZeskonformer
als in der Hinnahme verfügender Verfügungen,
GESETZeskonformer, als in einer Einordnung von unterordnenden Anordnungen …

In unserer Gesellschaft ist die Bereitschaft zur Ein- und Unter-Ordnung – nicht unwesentlich bedingt und verursacht von vorherrschenden autoritären „Erziehungs“-Maßnahmen –
größer und real verbreiteter als das Lernen und Leben der Freiheit in Freiheit.

ICH – und erfreulicherweise VIELE, VIELE, VIELE – sind daher EUCH HEUTE in ganz
Deutschland und in vielen Ländern der ganzen Welt , in besonderer Weise dankbar; viele fühlen sich Euch gegenüber gerne und geradezu zur DANKbarkeit verpflichtet: weil Ihr und dass Ihr so MUTIG handelt, dass Ihr auch jetzt hier, in aller Öffentlichkeit und als ein Zeichen und als eine Aufforderung für die Öffentlichkeit Euren MUT demonstriert. – Es ist die richtige Strategie,
berechtigte WUT nicht in sich hineinzufressen. WUT frisst SEELE auf! Es ist dann besonders
weiter-führend, wenn Ihr Eure WUT wandelt zu dem MUT, das als richtig Angesehene, das als wichtig und richtig erkannte, dann auch zu tun. Zeigt denen die ROTE KARTE, die Euch von
diesem Weg abbringen wollen! Ich habe Euch deswegen und dafür ROTE KARTEN, WUT- MUT-Karten mitgebracht … – Ich bitte Euch noch einmal:
Lasst in diesem Euren MUT nicht nach!
Wisst: wir stehen, Euch stützend und Euch stärkend,
hinter Euch, wir stellen uns neben Euch, wir reihen uns bei Euch ein,
wir gehen auch, wenn es mal sein muss und wenn es sein soll,
Euch anregend und Euch anspornend weg-weisend voran …

Zeigt die – ja sonst auch von Herrschenden so oft geforderte, wenn sie den Herrschenden selbst nicht gefährlich wird – CIVIL-COURAGE! – CIVIL-COURAGE ist die wichtigste,
die aber immer wieder auch gefährdetste Bürgerinnen- und Bürgertugend!

Was meine ich, wenn ich die Förderung von CIVIL-COURAGE als ein GRUND-legendes LERN- und HANDLUNGS-Ziel, als einen schulischen HAUPT-AUFTRAG benenne?

Es mögen dank und durch eine PÄDAGOGIK DER BEFREIUNG immer mehr Menschen,
bei Euch, bei uns und allüberall, auf- und heranwachsen, für die gilt:

MENSCHEN,
die hinsehen, statt wegzuschauen;
die den Mund aufmachen, wo andere schweigen;
die sich einmischen, wo andere sich heraushalten;
die nicht nur im breiten Strom des Üblichen,
sondern auch bewusst gegen den Strom schwimmen;
die immer mal wieder bereit sind,
selbst persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen,
um größere Nachteile für andere und für das Gemeinwesen zu verhindern;
denn solche Menschen zeigen CIVIL-COURAGE.

Dafür und dabei dürfen wir uns auch berufen, wir dürfen uns anspornen und anleiten lassen von der – nicht ganz neuen, darum aber historisch bewährten – Erkenntnis, die uns Franz von Assisi,
er lebte und wirkte von 1182 – 1226, hinterlassen hat:

„Es bringt nichts, irgendwohin zu gehen, um zu predigen,
wenn nicht bereits unser Gang Predigt ist!“

Dieser Franz von Assisi ist, wie die meisten hier wissen, der Namenspatron des jetzigen Papstes Franziskus. Vom schon mehrfach eindrucksvoll bewiesenen MUT diesen Papstes dürfen wir uns ebenfalls inspirieren lassen. Ich möchte sogar behaupten:
auch dieser Papst Franziskus steht auf unserer Seite!

In WERT-Schätzung Eures MUTigen Handelns darf ich EUCH hier, heute und jetzt ein ganz besonderes, ein hand-signiertes Plakat überreichen mit meiner Erläuterung und Erklärung,
die ich vorhin vorgetragen habe, was CIVIL-COURAGE meint.

Signiert ist dieses Plakat von dem Erfinder und Gründer des Alternativen Nobelpreises, dem hoch angesehenen, dem – das ist nicht übertrieben – dem WELT-bewegenden Jakob von Uexküll.

Der Alternative Nobelpreis ist eine Ehren-Bezeichnung. Der Alternative Nobelpreis heißt ursprünglich und tatsächlich: The Right Livelihood Award. – The Right Livelihood Award hat seine EHREN-Bezeichnung ALTERNATIVER NOBELPREIS deswegen erhalten, weil mit ihm und durch ihn beispielhafte Denk- und Handlungs-Weisen, Beispiel-gebende TATEN mit WELT-BEDEUTUNG, TATEN, nicht nur Worte, gewürdigt und ausgezeichnet und somit ins allgemeine WELT-BEWUSST-SEIN gehoben werden: in weiterer handlungs-anregender und handlungs-leitender Absicht. Die, die den Alternativen Nobelpreis bekommen, haben sich in herausragender Weise um Menschen und um die Menschheit im Sinne einer richtigen Lebens-Weise verdient gemacht.

(Wer mehr über die wissen möchte, die den Alternativen Nobelpreis bisher empfangen haben, dem empfehle ich die Lektüre der Portraits der bisherigen Preisträger, zu finden in: Jürgen Streich. VORBILDER. Menschen und Projekte, die hoffen lassen. Der Alternative Nobelpreis. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. J. Kamphausen Verlag & Distribution. Bielefeld 2005)

Ich sage EUCH und ich sage UNS – und ich sage es erst recht und gerade und auch gerne denen,
die das vielleicht gerade nicht, jetzt nicht und jedenfalls bisher noch nicht hören und zugeben woll(t)en:

Ihr seid mit Eurer erprobenden Suche und mit Eurer austastenden Praxis nach SINN-erfülltem und PERSON-zentriertem, der VIELFALT von immer einzig-ART-igen Menschen angemessenem, in der FORM und in den INHALTEN unterschiedlichstem Lernen
auf einem richtigen Weg zu einer bedeutungsvollen,
sich hoffentlich aus-breitenden und aus-weitenden,
individuell und gesellschaftlich lebens-relevanten LEBENS-Weise.
Ihr lebt also – RIGHT LIVELIHOOD!

Lasst Euch, bitte, bitte, lassen wir uns nicht von diesem Weg,
von solchen SUCH- und ERKUNDUNGS- und ERPROBUNGS-Wegen abbringen!
Stehen wir dazu und behaupten wir uns damit: beispielhaft Beispiele gebend!
Und sagen wir es uns selbst, sagen und zeigen wir es in aller Öffentlichkeit und der gesamten Öffentlichkeit: Wir lassen uns keine Irrwege abringen!

Damit wir frei-lich zeigen können, wie vielfältig und wie auch ungewöhnlich,
wie auch für uns selbst immer wieder ungewohnt, das zum jeweiligen Individuum passende Lernen sich ereignen kann, Ausdruck und Folge von den überraschendsten bisherigen und angestrebten biographischen Wegen, hoch individuell und dennoch auch in sozialer Gemeinsamkeit und Gemeinschaft, damit wir das einfühlsam, mit Neu-Gierde und Spür-Sinn herausfinden und erproben und entwickeln können, muss dieses unser Schul-Leben aber zunächst überhaupt möglich sein, darf nicht behindert und schon gar nicht verhindert werden.

Darum: (Wieder-)Öffnung der Sudbury School Ammersee
und Offenheit für unsere Offenheit.

Wir lassen uns von unseren Lern-Wegen, von unseren Handlungs-Maximen, von unseren suchenden Dialog-Formen gerade dann nicht abbringen, wenn die Irr-Wege durchaus verbreitet sein mögen, so verbreitet in Vergangenheit und Gegenwart, dass sie darum als „ganz normal“ und als „doch ganz selbstverständlich“ erscheinen und auch so gehandelt werden, obwohl sie in den meisten Fällen nicht wirklich und nicht substantiell, jedenfalls nicht zukunftsorientiert begründet sind, begründet werden.

Das so oft und das so gerne herangezogene „DAS haben WIR schon IMMER SO gemacht …“
ist nun wirklich und wahrlich keine substantielle Begründung! Für NICHTS und auch für GAR-NICHTS! Es ist eine oberflächliche, bisweilen eine fast schon verdummende Selbst-Behauptung und Selbst-Rechtfertigung für’s meist un-gedachte und für’s meist un-bedachte Weitermachen wie bisher: ohne wirkliche und ohne wirksame Weit-Sicht!

Meine Empfehlung ist klar: bleibt dabei und sagt es unbeirrt:

wir wollen das AUS, das herrschaftlich über uns kam, nicht mit uns machen lassen!
Wir wollen es nicht – und wir werden es auch nicht mit uns machen lassen!
Wir lassen uns weder vertreiben,
noch lassen wir uns einen zukunftsträchtigen Weg verbieten.
Wir lassen uns weder einschüchtern noch einschränken:

  • Nicht durch Drohungen;
  • nicht durch Verbote;
  • nicht durch Verführungen;
  • auch nicht durch Bestechungen, die oft die Form von Anpassungs-Absichten,

von Anpassungs-Ansprüchen mit Anpassungs-Auflagen annehmen und so sich,
in einer Art TARNUNG, möglicherweise anbahnen …

KLAR, dass wir für argumentative Dialoge auf Augenhöhe in horizont-erweiternder Absicht und Einsicht offen sind. Das ist ja UNSER WEG, das ist UNSERE PRAXIS, das ist UNSER WOLLEN. Wobei quasi die Letzt-Entscheidung bei dem liegt, der für die Entwicklung seiner und ihrer Persönlichkeit seinen und ihren Weg suchen und gehen können müssen.

Auch das darf ich, bitte, noch anfügen:

wenn Ihr nicht aufgebt, sondern fortsetzt, was Ihr – mit wahrlich großer Ausdauer und mit wahrlich hohem Anspruch – begonnen habt; wenn Ihr also weiter und noch WEITER macht; wobei Ihr allseitig lern-fähig, lern-willig, lern-bewusst bleibt und bleiben möget; und dadurch – für wen gälte das nicht – sicher auch noch in der einen oder anderen Weise immer noch und immer wieder noch besser werden könnt im Erreichen der Ziele, die IHR EUCH als Sudbury Schule Ammersee erarbeitet und gesetzt habt. Verbunden und im Austausch mit der Welt-Gemeinde, die in einer Zeit des dramatischen Welten-Wandels nach neuen Wegen eines welt-verantwortlichen Lernens und Handelns sucht …

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Bei www.edition-herz.de gibt es von mir einen Set von 12 MAXI-POST-KARTEN mit OTTO-Zitaten … – In diesem Zusammenhang hier passen besonders gut zum Anlass und zum Inhalt von diesem SOLIDARITÄTS-GRUSS: Wir sind nicht dazu da …/ In den Diktaturen …/ Die Unerschrockenen …/ Wer von Ungutem hört …/ Zum höchst möglichen Maß … / Wer seiner Zeit voraus ist …